Die Gemeinde Leck ist eine Gemeinde im äußersten Nordwesten der Bundesrepublik Deutschland im Kreis Nordfriesland. Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Leck, Klintum und Oster-Schnatebüll.
Die Lage am Westrand des schleswigschen Geestrückens war vor vielen hundert Jahren bestimmend für das Entstehen des Ortes. Die erste urkundliche Erwähnung lässt sich auf das Jahre 1231 datieren. 1981 konnte daher das 750jährige Bestehen des Ortes gefeiert werden.
Leck ist der alte Hauptkirch-, Verwaltungs- und Marktort der Karrharde, dem Gebiet nördlich und südlich der Gemeinde.
Es ist davon auszugehen, dass das Wattenmeer und somit auch das Wasser der Nordsee über Jahrhunderte bis zur Eindeichung bis an den Geestrand reichte.
Die Lecker Au, heute ein kleiner Fluss von oft nicht mehr als 6 m Breite und 1 m Tiefe, war bis nach Leck und auch darüber hinaus mit Schiffen früherer Bauweisen schiffbar. Deutlichster und aus heutiger Sicht kaum mehr nachzuvollziehender Hinweis auf die Hafenfunktion ist der Anker im Wappen der Gemeinde Leck, denn die Nordsee ist ca. 20 km entfernt.
Der zweite wichtige Handelsweg für Leck war der Ochsenweg, ein Viehtreibeweg, der von Norden aus Jütland/Dänemark kommend über Leck Richtung Süden bis nach Wedel kurz vor Hamburg führte.
Archäologische Funde datieren die Burg "Leckhuus" auf das 11. Jahrhundert. Sie diente einem königlichen Vogt als Herberge und Wehranlage zur Überwachung der beiden genannten Handelswege. Weitere Forschungen lassen die Vermutung zu, dass in der Mitte des 1. Jahrtausends Englandfahrer auch vom Hafen in Leck aufbrachen und über die Leck Au, vorbei an den Inseln Föhr und Amrum, die Nordsee erreichten.
Der Hafen verlor wegen Versandung seine Bedeutung im 15. Jahrhundert. Trotzdem hat der Handel stetig zugenommen.
Im Jahre 1689 wurde dem Ort durch den damaligen Herzog von Schleswig-Holstein Christian Albrecht die Marktgerechtigkeit urkundlich zugebilligt. Die Handwerks- und Handelsbetriebe wurden zahlreicher und vielfältiger. Es siedelten sich Sattler, Schmiede und Stellmacher, Färber, Schneider und Schuster, Tischler und Drechsler und andere Berufe an. Auch gab es ein Krankenhaus, eine Apotheke, eine Post und eine Schule. Mit der Entwicklung der Dampfmaschine kamen eine Maschinenfabrik, eine Spinnerei und eine Tuchfabrik nach Leck.
Von der Geschichte jetzt ein Sprung in die Neuzeit:
Im Jahre 1959 wurde die Gemeinde Leck wieder Garnisonsort (bereits während der Zeit des Zweiten Weltkrieges war Leck Standort eines Stützpunktes der damaligen Reichsluftwaffe). Durch den hierdurch ausgelösten starken Bevölkerungszuwachs mit jungen Familien mit Kindern wurde die Gemeinde vor erhebliche kommunalpolitische Herausforderungen gestellt.
Das Aufklärungsgeschwader 52 mit rd. 40 in Leck stationierten Phantom-Aufklärungsflugzeugen wurde 1993 aufgelöst.
Mit verringerter Personalstärke belegt seit dieser Zeit die Flugabwehrraketengruppe 25 den Flugplatz Leck. Trotzdem steigt die Bevölkerungszahl beständig, die Bautätigkeit und damit der Siedlungswille erleidet keinen Abbruch - man kann mit Stolz sagen: Leck befindet sich im Aufwind.
Leck ist heute als Zentraler Ort (Unterzentrum) im Sinne des Raumordnungsplanes für das Land Schleswig-Holstein und als Gemeinde wirtschaftlicher Mittelpunkt 10 kleinerer Gemeinden der Karrharde. Die Wohnbevölkerung der Karrharde und der Gemeinde Leck zusammengefasst errechnet sich auf ca. 16.000 Einwohnerinnen und Einwohner.
Eine Vielzahl von mittelständischen Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben bestimmt die wirtschaftliche Struktur der Gemeinde. Größter gewerblicher Arbeitgeber ist die Großdruckerei Clausen & Bosse, ein vielfach und regelmäßig ausgezeichneter Betrieb für die Gesamtherstellung von Büchern mit über 500 Beschäftigten. Wer z.B. einmal ein rororo-Taschenbuch in der Hand hatte - und wer hat das nicht - , hatte "ein Stück Leck" in der Hand.
Leck verfügt über ein breites schulisches Angebot. Es befinden sich alle allgemeinbildenden Schulen bis zur Sekundarstufe I vor Ort. Das nächste Gymnasium befindet sich in der 10 km entfernten Nachbarstadt Niebüll, die durch gute Busverbindungen leicht erreichbar ist.
Für sportliche Aktivitäten stehen großzügige Sportanlagen, ein Erlebnisbad sowie eine Mehrzweckhalle, eine Tennishalle, Tennisplätze, eine Reithalle und ein Stadion mit über 4.000 Sitzplätzen zur Verfügung.
Das kulturelle Leben ist für unsere ländliche Region eindrucksvoll vielfältig und bietet selbst dem Urlaubsgast in der zumeist an kulturellen Veranstaltungen armen Urlaubszeit mannigfaltige Angebote, z.B. mit den regelmäßigen Veranstaltungen des Bürgerfestvereins Leck e.V. in der malerischen Kulisse des Augartens, einer der ersten Keimzellen der Erholung mitten im Ort, direkt an der Lecker Au. Auch der Fremdenverkehrsverein Leck in Zusammenarbeit mit der Nordfriesland Tourismus GmbH ist bemüht, dem Urlaubsgast ein abwechslungsreiches Angebot zu bieten.
Nicht vergessen werden dürfen die überregionalen Fortbildungs- und Seminareinrichtungen in Leck:
- die Nordsee Akademie (HVHS)
- die Europäische Akademie Schleswig-Holstein und
- die Datenschutzakademie Schleswig-Holstein
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