13. Türchen: „Lecker Knoblauchkröte“


…dabei handelt es sich keinesfalls um eine französische Gourmetspezialität, sondern um eine konzertierte Aktion: die Stiftung Naturschutz, die schleswig-holsteinischen Landesforsten Landesforsten und ihre Partner wollen das Aussterben der Knoblauchkröte in Leckfeld-Nord verhindern! Und das ist doch mal eine #guteNachricht

Von User -ani- on de.wikipedia – eigenes Foto. Bearbeitung von de:Bild:Kroete IMGP4749.jpg, CC BY-SA 2.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2552889

Die Bestände der Amphibien im Kreis Nordfriesland sinken besorgniserregend. Ursachen sind der dramatische Lebensraumverlust und die Verinselung der verbliebenen Populationen. Darunter leiden vor allem Knoblauchkröten.

Erwachsene Männchen erreichen eine Körperlänge von maximal 6,5 cm, Weibchen maximal rund 8 cm; im Durchschnitt bleiben aber beide Geschlechter etwas kleiner. Die Färbung der Knoblauchkröte variiert je nach Lebensweise, regionalem Vorkommen und Geschlecht. Meist zeigen die Tiere oberseits auf hellgrauem bis beigebraunem Grund unregelmäßige dunkelbraune, oft länglich-gestreckte Inselflecken. Weitere markante äußere Merkmale sind ein helmartiger „Scheitelhöcker“ am Hinterkopf sowie die senkrecht schlitzförmigen Pupillen, wie sie unter den mitteleuropäischen Froschlurchen sonst nur noch die Geburtshelferkröte aufweist.

Der namensgebende Knoblauchgeruch, der diesem Froschlurch nachgesagt wird, ist höchstens bei einer starken Schreckreaktion wahrnehmbar. Das dabei abgegebene Sekret dient der Feindabwehr.

Von der Landwirtschaft und ihrer Tendenz zu immer größeren Acker-Anbauflächen haben Knoblauchkröten in mancher Hinsicht profitiert. Je mehr offene, bearbeitete Bodenflächen mit lockerer Körnung vorliegen, desto häufiger wandern die Tiere in diese Lebensräume ein. Besonders gerne besiedeln Knoblauchkröten sandige Kartoffel- und Spargeläcker („Kartoffelkröte“).

Als Laichbiotope werden kleinere bis mittelgroße, eutrophe Stillgewässer wie Weiher und Teiche mit einer Mindesttiefe von circa 30 Zentimetern bevorzugt. Eine vegetationsreiche Uferzone, beispielsweise bewachsen mit Schwadenröhricht, Rohrkolbenröhricht oder Flutrasen, kommt den Bedürfnissen der Tiere entgegen. Häufiger liegen die Laichplätze in der Nähe oder sogar inmitten von bewirtschafteten Ackerflächen. Zur Überwinterung graben sich Knoblauchkröten bis zu einem Meter tief in den Boden ein. Vorgefundene Erdhohlräume, wie Mauselöcher oder Maulwurfsgänge, werden bevorzugt als Winterquartier angenommen und nach den eigenen Bedürfnissen umgestaltet.

Knoblauchkröten leiden wie alle mitteleuropäischen Amphibien vor allem unter der Zerstörung oder Beeinträchtigung von Kleingewässern in der Kulturlandschaft durch Zuschüttung oder Eintrag von Müll und Umweltgiften. Auch die Einschwemmung von Düngerstoffen belastet viele Gewässer und trägt zu ihrer vorzeitigen Verlandung durch Eutrophierung bei.

Während die Bestände der Art in Arealzentren (wie in Deutschland etwa in Brandenburg und in Sachsen-Anhalt) oft noch als ungefährdet eingeschätzt werden, machen sich insbesondere an den Verbreitungsrändern auch regionale Rückgangstendenzen bemerkbar. (Quelle: Wikipedia)

Die Knoblauchkröte steht auf der roten Liste der Bundesrepublik Deutschland als gefährdete Art.

Diesem Trend stemmen sich die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten und die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein zusammen mit dem Naturschutzverein Südtondern entgegen.

Um das Aussterben der europaweit geschützten Knoblauchkröte zu verhindern, werden auf einem 326 Hektar großen Flächenkomplex im Rahmen der „Amphibieninitiative Nordfriesland“ in den nächsten Wochen insgesamt acht neue Laichgewässer angelegt und ein bereits bestehendes Kleingewässer so saniert, dass sie für die Fortpflanzung der Knoblauchkröte und andere Amphibien wieder geeignet sind.

Finanziert wird die „Amphibieninitiative“ aus Ersatzgeldern des Kreises Nordfriesland. Das Schutzkonzept umfasst insgesamt 28 Teilgebiete zwischen Sylt und Husum. Das Projekt wird von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein geleitet und fachlich von Amphibienexperten der Firma Amphi Consult vor Ort begleitet. Für die Bereitstellung der Flächen holt sich die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein wechselnde Partner ins Boot. Besonders wichtig ist ihr das Engagement privater Flächeneigentümer, die ihr Land zur Verfügung stellen.

Mehr Infos zur Knoblauchkröte auch hier beim NaBU