Schöne Begegnungen am „Nachmittag der Begegnung“ 2019


Alles ist aus dem Wasser entsprungen!
Alles wird durch Wasser erhalten!
Ozean, gönn uns dein ewiges Walten.
Wenn du nicht in Wolken sendetest,
Nicht reiche Bäche spendetest,
Hin und her nicht Flüsse wendetest,
Die Ströme nicht vollendetest,
Was wären Gebirge, was Ebnen und Welt?
Du bist’s, der das frischeste Leben erhält.

Mit diesen Versen Johann Wolfgang von Goethes, dem deutschen Dichter und Naturforscher, eröffnete Bürgervorsteherin Sabine Detert den 27. Nachmittag der Begegnung und begrüßte rund 250 Senioren aus Leck und den Gemeinden des ehemaligen Amtes Karrharde. Bezug nahm die Bürgervorsteherin damit auf das Volksbegehren zum Schutz des Wassers, über das Karin Lüders von der Bürgerinitiative im Eingangsbereich informierte und Unterschriften sammelte. Auch die Gemeinde Leck geht mehr und mehr dazu über, nachhaltiger zu wirken – zB wurde an diesem Nachmittag die Kaffeesahne in Glasflaschen statt Plastikverpackung serviert. Am Infostand von Karin Lüders gab es als kleine Give-Aways der Gemeinde Lesezeichen aus Samenpapier und Kugelschreiber aus Recyclingpappe.

Daneben erwartete ein buntes Programm und leckerer Kuchen die geladenen Gäste.

Altbewährtes, wie die „älteste Boygroup der Welt“, die Morinos, die zum Tanz aufspielten und Neues, wie der kurze Bericht der Geschäftsführerin der DRK-Sozialstation in Ladelund über ihr neues Angebot, wechselten sich ab.

Friedlinde Grabert erläuterte kurz das neue Angebot der Tagespflege

Friedlinde Grabert erläuterte kurz das neue Angebot der Tagespflege: Pflegebedürftige werden werktags von zu Hause abgeholt. Nach einem gemeinsamen Frühstück gibt es abwechslungsreiche Angebote wie Basteln oder ein Bewegungsprogramm, auch das Gedächtnis wird trainiert.

Mittags gibt es nach dem frisch gekochten Mittagessen eine Mittagsstunde zur Erholung, bevor es nach einer kleinen Kaffeetafel gegen 17 Uhr wieder nach Hause geht. Das Angebot existiert seit Mai diesen Jahres, bislang nehmen 10 Personen täglich an drei Tagen an diesem Programm teil – bei mehr Bedarf kann das Programm auch an den verbleibenden zwei weiteren Werktagen angeboten werden. Ein noch zu kaufender Bus (der ausgediente Ladelunder BürgerBus) gibt den Mitarbeiter*innen zukünftig mehr Unabhängigkeit, dass zukünftig auch kleine Ausflüge mit einem Picknick durchgeführt werden könnten.

Hans-Martin Petersen stärkt sich für seinen Vortrag über historische Mühlen in Leck und der Karrharde

Hans-Martin Petersen aus Leckfeld-Nord präsentierte als Vorsitzender des Geschichtsvereines in einem kurzen Vortrag Interessantes zu den Wasser- und Windmühlen in der Region – die Gäste lernten den Unterschied zwischen Bockmühlen und Holländermühlen kennen und erfuhren, dass in Bächen das Wasser zum Teil über 60 – 70 m Länge aufgestaut wurde, um eine Wassermühle wie zB die Wassermühle in Klintum gezielt betreiben zu können. Vor mehr als 500 Jahren wurde die erste Wassermühle in Leck urkundlich erwähnt – etwa 100 m oberhalb der Brücke über den Mühlenstrom an der B199. Die schönste Lecker Mühle, eine Holländermühle, ist leider 1928 abgebrannt.

Da die Kartoffeln erst mit dem Kolonisten Mitte des 18. Jahrhundert nach Nordfriesland kamen, waren Grützmühlen – die Buchweizen für Grütze mahlen konnten – lebensnotwendig. Mit Beginn der Industrialisierung wurden sie dann nach und nach durch elektrische Mühlen abgelöst. Heute ist in der Region nur noch die Holländermühle „Jenny“ in Achtrup erhalten, die mittlerweile eine Einrichtung der Jugendhilfe beherbergt.

Mit Blumen für die Damen der DRK-Ortsvereine und für die Bürgervorsteherin, überreicht vom stv. Bürgermeister Ingo Scholz, sowie dem traditionell zum Abschied im Stehen gesungenen „Nehmt Abschied, Brüder“ schloss der Nachmittag – es wird gewiss im kommenden Jahr eine Neuauflage geben, denn am Ausgang gab es wieder freundliche Geldspenden der Gäste.