Verzicht auf Raketen und Böller zu Silvester


Für viele Menschen ist es eine lieb gewonnene Tradition, am 31. Dezember d. J. mit Knallkörpern und Raketen das alte Jahr zu verabschieden und das neue Jahr zu begrüßen.

In diesem besonderen Jahr, das u. a. gezeichnet ist von der Corona-Pandemie und der Geflügelpest, wurde auf Grund der aktuellen Lage ein Versammlungsverbot sowie ein generelles Verkaufsverbot von Feuerwerk (pyrotechnische Gegenstände der Kategorie 2) erlassen. Durch die bereits bekannte „Anordnung für ein Abbrennverbot von Feuerwerkskörpern“ gilt ohnehin vom 02. Januar bis zum 30. Dezember ein bestehendes Abbrennverbot für Pyrotechnische Gegenstände der Klasse II im Amtsgebiet Südtondern hinsichtlich der Verwendung (dem Abbrennen) von Feuerwerkskörpern in einem Abstand von mind. 200m zu Reet- und Strohdachgebäuden, welches mit dieser Anordnung auch auf den 31. Dezember und den 01. Januar ausgedehnt wird.

Mit der neuen Landesverordnung vom 14.12.2020 (bitte hier klicken!) und der Allgemeinverfügung des Kreises Nordfriesland vom 22.12.2020 (bitte hier klicken!) wurden die Verbote nochmal verschärft. So dürfen auf allen Straßen, Wegen, Plätzen und anderen Flächen, auf denen an Silvester und Neujahr mit erhöhtem Personenaufkommen zu rechnen ist, keine Feuerwerkskörper gezündet werden. Sicherlich haben einige von ihnen noch Raketen oder Knaller aus den Vorjahren in ihrem Besitz. Auch für diese Feuerwerksartikel gilt das Verbot!

Angeregt durch verschiedene Akteure des Umwelt-, Küsten- und Naturschutzes wurde in diesem Jahr schon vor ein paar Wochen die Bitte an die Gemeinde Leck heran getragen, sich im Sinne des Natur- und Klimaschutzes für ein freiwilliges Böllerverbot stark zu machen.

Daher hätte die Gemeinde Leck in diesem Jahr sowieso „zu einem freiwilligen Böller-Verzicht“ aufgerufen.

Es geht dabei nicht darum,
den Spaß an Silvester zu verderben,
sondern eher darum,
für einen umweltbewussten und gewissenhaften Umgang
mit dem Silvesterfeuerwerk zu sensibilisieren.

Ein paar Anregungen, um über den  freiwilligen Verzicht nachzudenken:

Seuchenschutz
In Zeiten der Vogelgrippe wurden auch im Kreis Nordfriesland bereits tausende von toten Vögeln vorgefunden. Wie lange das Seuchengeschehen noch andauern wird, ist derzeit unklar. Werden kranke Vögel durch die Böller und Raketen aufgeschreckt,  fliegen auch kranke Vögel weit umher und verbreiten das Virus sehr viel stärker als ohne Störung. Werden die kranken Vögel nicht gestört, bleiben sie eher in den Schutzgebieten, können entweder genesen oder versterben dort in Ruhe.

Klima- und Umweltschutz
Silvesterfeuerwerke sind eine enorme Belastung des Klimas durch CO2 und der Luft durch freigesetzte Schadstoffe.

Naturschutz
In jeder Silvesternacht hört man an der Küste und auch im Land panikartig auflliegende, laut schreiende Brachvögel, Kiebitze, Austernfischer, Gänse und Enten. Das Feuerwerk ist eine unnötige Störung der Vogelwelt Nordfrieslands.

Belastung durch Müll
Nur ein Teil der Verursacher beseitigt seinen Müll des Silvesterfeuerwerks im neuen Jahr selbst. Häufig liegt der Müll noch wochenlang in der Landschaft und verrottet nur sehr langsam.

Gesundheitsschutz
Verletzungen von Personen durch das Silvesterfeuerwerk bedeuten eine weitere Belastung der durch die Corona Pandemie bereits überlasteten Krankenhäuser und das medizinische Personal.

Tierschutz
Durch die Böller und das Silvesterfeuerwerk geraten jedes Jahr unzählige Haus- und Wildtiere unnötigerweise in Panik. Viele von ihnen fliehen in Panik und kommen dadurch z.B. im Straßenverkehr um.

Mit diesem Wissen appelliert die Gemeinde an die Silvesterfeiernden und würde sich über einen „freiwilligen Böller-Verzicht“ auch in den kommenden Jahren sehr freuen!

Wir wünschen Ihnen allen einen guten (leisen) Rutsch ins neue Jahr 2021!

Bleiben Sie gesund!

Ihre Gemeinde Leck