Wechsel in der Geschäftsführung der Gemeindewerke


Einer von hier

Der Schleswiger Dr. Jan Schulz ist neuer Geschäftsführer der Stadtwerke Niebüll und Stadtwerke Bredstedt – Rüdiger Wiese verabschiedet sich Ende März in den Ruhestand

v. links: Dr. Jan Schulz, Wilfried Bockholt, Rüdiger Wiese

Seit 15. Februar an Bord der Stadtwerke Niebüll und Stadtwerke Bredstedt ist Dr. Jan Schulz (34): Er führt bis 31. März 2018 gemeinsam mit Rüdiger Wiese die Geschäfte beider Unternehmen, dann übernimmt er das Ruder ganz. Ab 1. April 2018 ist der Diplom-Kaufmann und Steuerrechtler alleiniger Geschäftsführer der beiden Stadtwerke Niebüll und Bredstedt; zum selben Zeitpunkt übernimmt er diese Funktion auch bei den Gemeindewerken Leck. Rüdiger Wiese geht nach 12 Jahren engagiertem Einsatz für den Verbund der drei Versorgungsunternehmen in den verdienten Ruhestand. Wilfried Bockholdt, Bürgermeister von Niebüll und Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Niebüll dankt Rüdiger Wiese für seinen engagierten Einsatz und die weise, weitsichtige Führung. Zudem begrüßt er als Aufsichtsrat sehr, dass er seinen Nachfolger noch etliche Wochen begleitet und mit allem vertraut macht. „Ich bin sicher, dass wir in Dr. Jan Schulz einen Nachfolger gefunden haben, der die Unternehmen im Sinne Rüdiger Wieses, der Gesellschafter und Aufsichtsgremien weiterentwickelt.“

Klarer Kurs

Jan Schulz fühlt sich mit Schleswig-Holstein eng verbunden: „Nördlich des Nord-Ostsee-Kanals ist für mich Heimat. Hier weiß ich, wie die Leute denken und fühlen. Ich bin einer von hier.“ Von daher freue er sich noch mehr, dass die Aufsichtsgremien und Gesellschafter der drei Unternehmen ihm ihr Vertrauen geschenkt hätten. Er lebt mit seiner Frau und den beiden Kindern in Schleswig. Zuletzt hat Jan Schulz bei den Stadtwerken Schneverdingen-Neuenkirchen drei Jahre als Unternehmensentwickler, Vertriebsleiter und Mitglied der Geschäftsführung gearbeitet. In dieser Zeit hat er wesentlich zur Neuausrichtung des Unternehmens beigetragen. Davor war er in der Unternehmensberatung und im Finanzvertrieb tätig. Seine neue Aufgabe reizt ihn sehr: „Die Energiebranche ist in einem fundamentalen Umbruch. Wer sich am Markt behaupten und entfalten will, muss in seinem Kerngeschäft sehr gut sein und außerdem auf das Geschäft von morgen blicken; es gilt insbesondere, neue zukunftsfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln.“ Wichtig für ihn ist, die Zukunft der Unternehmen gemeinsam mit den Mitarbeitern zu gestalten und die Geschäfte eng an den Bedürfnissen der Kunden auszurichten. „Ein klares Ziel ist Voraussetzung für den Kurs“, betont Jan Schulz, der parallel zu seinem Studium der Betriebswirtschaft an der Bundeswehrhochschule Hamburg die Offizierslaufbahn bei der Marine durchlaufen hat.

Große Verdienste

Rüdiger Wiese übergibt seinem Nachfolger drei ordentlich aufgestellte, gut geführte Häuser. Der Verbund der selbstständigen Dienstleistungsunternehmen ist einer der großen Verdienste des Diplom-Ingenieurs: Durch diesen Schritt konnten Synergien gehoben werden, die sich positiv auf die Kosteneffizienz auswirkte. Die insgesamt 60 Mitarbeiter arbeiten schon seit Jahren werkübergreifend; sie verstehen sich als eine starke Mannschaft. „Gemeinsam haben wir in einer turbulenten Zeit die Stadt- und Gemeindewerke zu konkurrenzfähigen und stabilen Unternehmen weiterentwickelt“, sagt er bescheiden. Dabei galt es während seiner Amtszeit noch andere große Herausforderungen zu meistern: Ob es die gesetzlich geforderte Entflechtung von Netz und Vertrieb war oder das Fitmachen der Netze für die wachsende Zahl an Einspeisern grünen Stroms. Dass er die richtigen Entscheidungen getroffen hat, belegt unter anderem auch der Umweltpreis der schleswig-holsteinischen Wirtschaft 2015 für ein Biogasprojekt in Niebüll.