Weihnachtsgruß der Gemeinde Leck 2020


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

kennen Sie das Weihnachtsgedicht „Alles still!“ von Theodor Fontane? Es beschreibt die schneebedeckte Stille einer kalten Winternacht.

Ein paar kalte Nächte hatten wir bereits und auch Schneeflocken wurden schon gesichtet. Somit ist es Zeit für einige Gedanken zum nahenden Weihnachtsfest und dem Jahreswechsel.

Beim Lesen des Gedichts bleiben die Gedanken wie automatisch bei der Stille hängen. Eine Stille, die uns wegen der Corona-Pandemie das ganze Jahr begleitet hat und jetzt in der kalten und grauen Jahreszeit umso lauter wird. Haben wir uns Anfang des Jahres vielleicht noch darüber gefreut, dass wir einige Zeit ohne viel Verkehr und ohne Touristen, unsere schöne Region selbst genießen konnten, so wollen wir heute nur noch in unser altes Leben zurück.

Die ganzen Einschränkungen: Betriebe und Menschen, die um ihre Zukunft bangen – Kinder und Jugendliche denen der Unterricht, denen Struktur im Tagesablauf fehlt – Ärzte und Mitarbeiter*innen in den Gesundheitsberufen, den Seniorenheimen und viele mehr, die seit Monaten an der Grenze der Belastbarkeit arbeiten – wir alle, denen die Familie, die Veranstaltungen und die sozialen Kontakte fehlen. Die vielen Diskussionen und Demonstrationen, um den richtigen Weg durch die Pandemie zu finden. Und als nicht nur quasi sichtbares Zeichen der Pandemie, die allgegenwärtige Mund-Nase-Bedeckung.

Ein Rückblick macht in diesem Jahr eigentlich keine Freude und ein Ausblick wird schwierig, auch wenn ein Impfstoff zum Greifen nah zu sein scheint.

Aber gab es trotz der ganzen Belastungen durch die Corona-Pandemie wirklich nichts Positives? Doch, das gab es sehr wohl.

Zunächst einmal haben wir es geschafft, dass wir in Nordfriesland bislang nur vier Mitmenschen an das Virus verloren haben. Das ist sicherlich all denen zu verdanken, die sich an die Regeln gehalten und dafür gesorgt haben, dass unsere Fallzahlen niedrig blieben. Auch hat sich gleich zu Beginn der Pandemie eine Welle der Hilfsbereitschaft im Ort gebildet. Für Nachbarn einkaufen gehen, Fahrdienste, auf die Nachbar- und Enkelkinder aufpassen, damit die Eltern arbeiten gehen konnten, verschiedene Gutscheinaktionen und vieles mehr wurde durchgeführt. Alle Betriebe, Vereine, Schulen und Organisationen haben sich schnell auf die aktuell gültigen Rahmenbedingungen eingestellt und das Beste aus der jeweiligen Situation gemacht.

Auch wenn die großen Veranstaltungen in diesem Jahr ausgefallen sind, so hat es viele kleine beachtenswerte Veranstaltungen gegeben: Terrassenkonzerte im Leck-Huus, Live-Stream-Andachten aus der St. Willehad Kirche, DELI Lichtspielsommer, Gottesdienste und sogar Konfirmationen im Augarten, der große Andrej Hermlin mit einem Swing Konzert im Augarten und vieles mehr, was geplant und vorbereitet wurde, aber dann doch nicht umgesetzt werden konnte. Allen, die in den ganzen Monaten der Pandemie, durch ihre Disziplin und durch ihr unendliches Engagement dazu beigetragen haben, dass wir dieses Jahr trotz aller Widrigkeiten so gut meistern konnten, gebührt unser aller Dank.

Und natürlich ist die normale Arbeit in Ihrer Gemeinde weitergegangen. Das Baugebiet „Heidering“ ist fast komplett bebaut, der Endausbau bis auf wenige Arbeiten abgeschlossen. Der Rundwanderweg ist ebenso fertiggestellt wie der Birkenweg, das Insektenhotel am Kaiserhain, die Kokkedahler Brücke und viel Kleinigkeiten mehr. Die Ludwig-Feddersen-Brücke hat schon einen neuen Brückenkörper und wird vermutlich im Februar komplett fertig gestellt sein. Auch werden, nach derzeitiger Planung des LBV, Anfang des Jahres die Sanierungsarbeiten der B199 beginnen.

Viele weitere Projekte rund um den Fliegerhorst kommen im nächsten Jahr in die Phase der Umsetzung. So starten auch die Erschließungsarbeiten für das Baugebiet Mühlenberg II. Gleiches gilt für die Erschließungsmaßnahmen für den Gewerbepark Südtondern. Wenn alles wie geplant läuft, werden wir auch mit den Maßnahmen für die Erweiterung des bestehenden Gewerbegebiets beginnen. Mit der Ausschreibung für den Quartiersmanager / die Quartiersmanagerin im Lecker Osten beginnt der Startschuss für die Umsetzung des „Soziale Stadt“-Projekts.

Die Liste ließe sich mit vielen kleinen und großen Dingen fortsetzen. „Alles still!“ ist es auf jeden Fall nicht in unserem Ort. Wir sind mit der Entwicklung unserer Gemeinde einen großen Schritt in Richtung Zukunft vorwärts gekommen, auch wenn uns die Corona-Pandemie noch einige Wochen der Stille bescheren wird.

Eine Stille, die ja gut in die Weihnachtszeit passt. Etwas Ruhe, um sich auf die wichtigen Dinge im Leben zu besinnen: Familie, Freunde und Vertrauen. Eine Zeit der Ruhe und Einkehr, um Kraft für den Start ins neue Jahr zu tanken. Ihnen wünschen wir von ganzem Herzen, dass Sie diese Stille finden mögen und aus ihr Kraft schöpfen können.

Alles still! Nichts hör ich klopfen
Als mein Herze durch die Nacht –
Heiße Tränen niedertropfen
Auf die kalte Winterpracht.

(Theodor Fontane)

Wir sagen jedem von Herzen Dank für die Unterstützung und das Engagement in diesem Jahr und wünschen Ihnen und Ihren Familien ein ruhiges und friedliches Weihnachtsfest. Kommen Sie gut durch den Jahreswechsel und bleiben Sie vor allem gesund. Für das neue Jahr mögen all Ihre Wünsche und Träume wahr werden.

Ihre

Sabine Detert
Bürgervorsteherin

Ihr

Andreas Deidert
Bürgermeister