Zu einem informellen Rundgang hatte Wehrführerin Annette Wunder die Gemeindevertreterinnen und -vertreter sowie Bürgermeister Andreas Deidert ins nahezu fertiggestellte Feuerwehrgerätehaus an der Büllsbüller Chaussee eingeladen. Auch die Ehrenabteilung nutzte den Termin, um sich ein Bild von dem zu machen, was sich an „ihrer“ Feuerwehr alles verändert hat.

Annette Wunder betonte in ihrer Begrüßung, dass es sich um einen informellen Austausch handele – die offizielle Eröffnung mit einem Tag der offenen Tür werde selbstverständlich mit ganz Leck gefeiert. Naheliegend wäre dafür das Maibaumfest am 1. Mai 2027.

Bürgermeister Andreas Deidert sprach seiner Wehr ausdrücklich Dank und Anerkennung aus:
„Der ganze Umbau ist im laufenden Betrieb passiert, ihr habt euer Material von rechts nach links und von oben nach unten geräumt, trotz der vielen Einsätze seid ihr immer bereit gewesen. Jetzt seid ihr kurz vor dem Ziel – und das schafft ihr auch noch!“

Ein Wasserschaden hatte kurz vor Abschluss noch einmal den Zeitplan durcheinandergebracht, doch auch das wird daran nichts ändern, dass Leck künftig eine modern aufgestellte Feuerwehr hat.
Großer Dank gilt auch Architekt Leif Peters, der als aktiver Feuerwehrmann die Bedürfnisse einer Wehr aus eigener Erfahrung kennt. Er bezeichnete das Gebäude aus den frühen 1980er Jahren als „dankbares Gebäude“ – und es ist nun gut gerüstet für die nächsten 40 Jahre. Nach zwei Jahren Bauzeit habe die Zeitschiene zwar etwas gelitten, betonte Peters, die Gewährleistung des Einsatzbetriebes sei aber zu jedem Zeitpunkt oberstes Ziel seines Büros gewesen.
Leck ist regionale Führungsstelle
Leck ist seit mehr als zehn Jahren untergeordnete Leitstelle für zehn Wehren in der Umgebung. Mit dem Umbau ist die Lecker Feuerwehr jetzt auch räumlich und technisch in der Lage, die an sie gestellten Anforderungen bei Aus- und Weiterbildung umzusetzen: Der Schulungsraum wurde teilbar gestaltet und u.a. mit Magnetwänden ausgestattet; Smartboards sollen die Inhalte künftig an die Wand bringen. Büroräume im Obergeschoss können parallel auch als Funkräume genutzt werden.
Ein wichtiger Baustein, um auch bei außergewöhnlichen Einsatzlagen gut vorbereitet zu sein und die Einsatzleitungen bestmöglich zu unterstützen.

Ein zentrales Thema beim Umbau war die gesetzlich vorgeschriebene Schwarz-Weiß-Trennung (s. u.), die Erweiterung um Duschen und Umkleiden notwendig machte.
Besonders hervorzuheben ist der „Inklusionsraum“ mit barrierefreier Toilette, Dusche und Wickeltisch – denn das Gerätehaus ist nicht nur Einsatzort, sondern auch Treffpunkt für Schulungen und Veranstaltungen. Auch der wachsende Anteil weiblicher Mitglieder sowie die neue Verwaltungsgruppe profitieren von den erweiterten Sanitäranlagen.
Was bedeutet Schwarz-Weiß-Trennung?
Die Schwarz-Weiß-Trennung ist ein zentrales Konzept der Einsatz- und Hygieneplanung: Kontaminierte Einsatzkleidung und Ausrüstung (der „Schwarz-Bereich“) müssen strikt vom sauberen Bereich mit privater Kleidung, Sanitäreinrichtungen und Aufenthaltsräumen (dem „Weiß-Bereich“) getrennt bleiben. Bei Bränden entstehen hochgiftige, oft krebserregende Stoffe, die sich auf der Schutzausrüstung ablagern. Ohne diese Trennung würden Schadstoffe ins Feuerwehrhaus, in Privatfahrzeuge oder in die Familien der Einsatzkräfte getragen.
Internationalen Studien zufolge haben Feuerwehreinsatzkräfte ein bis zu 30 % erhöhtes Krebsrisiko. In einigen Erhebungen aus den USA und Kanada machen Krebserkrankungen bis zu 86 % der gemeldeten Todesfälle bei aktiven oder pensionierten Feuerwehrleuten aus. Die gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) fordert den konsequenten Schutz der Einsatzkräfte; seit 2021 können eine Vielzahl von Krebserkrankungen bei Feuerwehreinsatzkräften als Berufskrankheit (BK-Nr. 1320) anerkannt und entschädigt werden.
Dieses Risiko, dem unsere Einsatzkräfte 365 Tage im Jahr ausgesetzt sind, war für die Gemeindevertretung Anlass, den Umbauplänen zuzustimmen und die Finanzierung sicherzustellen. Beim Rundgang konnten sich die Mitglieder nun selbst von den Maßnahmen überzeugen – und im frisch renovierten Schulungsraum bei einem kleinen Imbiss der Verwaltungsgruppe ausklingen lassen.
Ein paar Impressionen aus dem Feuerwehrgerätehaus an der Büllsbüller Chaussee
Mehr Informationen zu den DIN-Normen für Feuerwehrhäuser: hfuknord.de