Geschichte


© Hermann Hemstedt

Gut koordiniert: Leck, 54° 46′ 17.519″ N 8° 58′ 33.56″ E

Lange vor der heutigen Zeit reichte das Wattenmeer und somit auch die Nordsee bis an den Geestrand, bis die Friesen dem Meer durch Eindeichung und konsequente Landgewinnung die fruchtbare Marsch abtrotzten. Geblieben ist Leck das Wasser der Lecker Au, einem heute nur noch kleinen Fluss von oft nicht mehr als 6 m Breite und 1 m Tiefe, der zu früheren Zeiten mit flachgehenden Ewern und Kähnen schiffbar war. In der Mitte des 1. Jahrtausends brachen Englandfahrer auch Leck aus auf, um in See zu stechen. Der im 15. Jahrhundert allmählich versandete Hafen soll auf Höhe des jetzigen Augartens (heute ein kleiner Park an der Lecker Au mit Bouleplatz, Veranstaltungspavillon und Mehr-Generationen-Platz) gelegen haben. In Erinnerung an den historischen Hafen findet sich im Wappen der Gemeinde Leck der Anker.

Aber nicht nur das Wasser war ein wichtiger Verkehrs- und Handelsweg. Auch der Ochsenweg, ein Viehtreibeweg, der von Norden aus Jütland/Dänemark kommend über Leck Richtung Süden bis nach Wedel kurz vor Hamburg führte, gab Leck seine Bedeutung.

Noch heute verläuft auf fast 5 km Länge das längste, noch weitgehend erhaltene Teilstück des historischen Heer- und Ochsenweges im Langenberger Forst. Schon von weitem sichtbar liegt dieser mit 1.000 ha größte Wald im Landesteil Schleswig auf einer ca. 4 km langen eiszeitlichen Endmoräne, dem sog. „langen Berg“. Der Langenberger Forst wurde ab 1878 auf den weiten, kargen Heideflächen angepflanzt und erstreckt sich zwischen den Orten Leck, Stadum und Enge. Es entstand ein artenreicher Mischwald, der heute Lebensraum für viele Tier-, Pflanzen- und Pilzarten bietet.

Außerdem produziert der Wald nicht nur jährlich rund 10.000 Festmeter des umweltfreundlichen Rohstoffes Holz, sondern trägt wesentlich zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen Boden, Wasser, Luft und Klima bei.

Der Langenberger Forst ist durch ein dichtes Wander-, Rad- und Reitwegenetz erschlossen. Besonders abwechslungsreich sind die Bereiche um die Fischteiche, der Ochsenweg und die Rantzau-Höhe (mit 45 m die dritthöchste Erhebung Nordfrieslands). Steinzeitliche Grabhügel sind Zeugnis einer sehr fernen Vergangenheit.

Aber auch die etwas „jüngere“ Geschichte Lecks ist interessant.

1652 schreibt Caspar Dankwerth:

„Leck soll vorzeiten eine Stadt gewesen sein,
Lecca genandt,
und ein Schloß daselbst gestanden seyn,
Leckhauß geheissen,
wie denn die Stelle genugsam zu kennen ist.“

Archäologische Funde datieren die Burg „Leckhuus“, an die heute nur noch ein Straßen-name und ein Gedenkstein erinnern, auf das 11. Jahrhundert. Sie diente einem königlichen Vogt als Herberge und Wehranlage zur Überwachung der beiden Handelswege zu Land und zu Wasser.

Im Jahre 1689 verlieh der damalige Herzog von Schleswig-Holstein Christian Albrecht dem Ort Leck die Marktgerechtigkeit. Immer mehr Handwerks- und Handelsbetriebe siedelten an – Sattler, Schmiede und Stellmacher, Färber, Schneider und Schuster, Tischler und Drechsler und andere Berufe.

Außerdem gab es ein Krankenhaus, eine Apotheke, eine Post und eine Schule. Mit der Entwicklung der Dampfmaschine kamen eine Maschinenfabrik, eine Spinnerei und eine Tuchfabrik nach Leck.

Der Flyer ist im Rathaus zu bekommen.

Viele dieser geschichtlichen Ereignisse sind eingearbeitet in unseren 7 km langen Rundwanderweg, der im Herbst 2020 fertig gestellt wurde. Dort erfährt man unter anderem, warum die bildschönen reetgedeckten Häuschen in der Bergstraße „Fischerhäuser“ heißen, obwohl dort niemals Fischer lebten; dass in Leck fast 500 Jahre lang Wind- und Wassermühlen ihren Dienst versahen und dass die Straßenbezeichnung „Alter Hafen“ nicht etwa auf den ehemaligen Hafen an der Lecker Au hindeutet, sondern auf den ca. 5 Hektar großen Mühlenteich, an dessen Ufer zahlreiche Boote festgemacht waren.

Ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad – genießen Sie den abwechslungsreichen Weg, der Naturschutzflächen wie den Kokkedahler Sumpf und unsere schönen Grünräume, das Oster- und das Westerholz, den Augarten und den Bürgerpark miteinander verbindet.

Von der Geschichte jetzt ein Sprung in die Neuzeit:

Nachdem Leck bereits während der Zeit des zweiten Weltkrieges Standort eines Stützpunktes der damaligen Reichsluftwaffe war, brauchte die neu aufgestellte Bundeswehr im Jahre 1959 einen weiteren Garnisonsort: Leck. Viele Soldaten mit ihren Familien und Kindern lösten einen starken Bevölkerungszuwachs aus und stellten die Gemeinde vor erhebliche kommunalpolitische Herausforderungen.

Auf der Militärbasis stationierte die Bundeswehr im Aufklärungsgeschwader 52 zunächst Starfighter, später Phantom-Aufklärer, zuletzt die Flugabwehrraketengruppe 25, die sich im Dezember 2012 aus Leck mit einem großen Schlussappell auf dem Viehmarktplatz verabschiedete.

Heute ist der gesamte Militärflugplatz stillgelegt und steht für eine zivile Nachnutzung zur Verfügung. Er ist als Sonderlandeplatz für Segelflugzeuge, Motorsegler, Ultraleichtflugzeuge und Motorflugzeuge mit einem Höchstabfluggewicht von bis zu zwei Tonnen zugelassen. Der komplette Teil nördlich der Landebahn steht unter Naturschutz. Das Kraftfahrtbundesamt nutzt seit 2020 einen Teil als KFZ-Abgas-Teststrecke.

Auf dem Gelände sollen ein großes Wohngebiet und der Businesspark Südtondern sowie ein Datacenter entstehen. Die auf dem Flugplatz beheimatete Sportfluggruppe Leck wird im westlichen Teil, im „Airpark Nordfriesland“ ihre Heimat finden. Eine militärhistorische Sammlung auf dem Areal soll bestehen bleiben.

Informieren Sie sich doch gerne auch auf der Seite des Geschichtsvereines Leck und Karrharde oder der „Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte“.