Ein nicht ganz alltägliches Anliegen hatten Paul, Jonne, Kilian und Mika, Schüler an der Gemeinschaftsschule Leck: Die vier Freunde besuchen dort die 9. Klasse und arbeiten an ihrer Projektarbeit. Ihre Idee: ein Hörspiel.

Die Geschichte: Geister auf dem Flugplatz
Vier Jungen besuchen gern Lost Places* und berichten darüber auf ihrem YouTube-Kanal. Sie stolpern über einen Beitrag der Gemeinde Leck: Für das ehemalige Militärgelände, den Flugplatz Leck, wird eine Abrissfirma gesucht, weil der alte Anbieter abgesprungen ist. Nach dem Abriss soll dort ein großes Rechenzentrum entstehen. Die Jungs haben aber auch gehört, dass es auf dem Gelände spuken soll, und sehen sich den Ort an. Sie finden heraus, dass es dort tatsächlich spukt, und helfen den Geistern, die kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges dort gestorben sind, Frieden zu finden. Am Ende wird eine andere Firma gefunden, und der Bau des Rechenzentrums startet.
Ortstermin mit dem Bürgermeister
In den Herbstferien nahm sich Bürgermeister Andreas Deidert zwei Stunden Zeit, um gemeinsam mit den vier Jungen einige Orte auf dem ehemaligen Fliegerhorst anzusehen, die in der Geschichte eine Rolle spielen könnten und an denen tatsächlich Rechenzentren entstehen sollen. Die Schüler durften den SLAR-Bunker und ein weiteres Gebäude besichtigen. Die vier jungen Hörspielmacher waren begeistert von den Orten und konnten gute Eindrücke und mehr Hintergrundwissen gewinnen.
Außerdem bekamen sie eine Chronik der Gemeinde Leck für die Schulbibliothek geschenkt, die sie zunächst für die eigene Recherche nutzen dürfen. Der Kontakt zu Zeitzeugen wurde über den Geschichtsverein Leck und Karrharde weitergegeben.
Lost Places: Betreten verboten
Die Schüler nutzten den Besuch auch, um Fotos zu machen, denn auf eigene Faust darf niemand diese Gebäude betreten. Wie fast alle Lost Places* sind auch die Gebäude auf dem Fliegerhorst Privateigentum. Sie gehören entweder der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) oder den Gemeinden Leck, Klixbüll und Tinningstedt, auf deren Grund der Fliegerhorst liegt. Einzelne Gebäude wurden bereits an Firmen verkauft oder stehen kurz davor.
Das Betreten eines Lost Place* ist nicht nur ein Gesetzesverstoß, es erfüllt den Tatbestand des Hausfriedensbruchs (§ 123 StGB). Es ist auch gefährlich: Einsturzgefährdete Decken, morsche Treppen, tiefe Schächte, Asbest, Schimmel oder herabfallende Trümmer führen regelmäßig zu schweren Unfällen.
Wir sind gespannt, wie Paul, Jonne, Kilian und Mika ihre Eindrücke verarbeiten, und drücken die Daumen für die Präsentation im Februar!

*Als Lost Places (englisch für „verlorene Orte“) bezeichnet man leerstehende, aufgegebene und dem Verfall überlassene Gebäude, Industrieanlagen, Militärgelände, Krankenhäuser oder ganze Siedlungen.