Am Sonnabend, den 29.11.2025 war es endlich soweit – die Gemeinde Leck hat die Einweihung der erweiterten Kläranlage am Bahnseitenweg mit einem „Tag der offenen Tür“ gefeiert.

Bürgermeister Andreas Deidert begrüßte herzlich zunächst die Gäste, die vorab zu einem kleinen Empfang eingeladen waren. Gemeindevertreter, der Vorsitzende des Ausschusses Infrastruktur und Umwelt, Anton Nahnsen, sowie Vertreter der beteiligten Firmen, waren gekommen, um das gemeinsame Werk fertig gestellt anzusehen. Für das musikalische Begleitprogramm sorgte schwungvoll „Pa’s Brass-Band“ aus Wallsbüll. Unter den Musikern auch der stellvertretende Werksleiter Dieter Davids am Saxophon.

Das Team der Kläranlage war vertreten durch Bernd Gömer, Peter Petersen und Andreas Jacobsen (von rechts).

Mit einem kurzen Rückblick auf die Geschichte der Abwasserentsorgung in der Gemeinde Leck und den Verlauf der Planungs- und Bauarbeiten leitete Andreas Deidert über zu den technischen Möglichkeiten, die die neue Anlage jetzt bietet.
Nach einer Planungsphase von Mai 2018 bis April 2022 und einem Baubeginn im Mai 2022 nehmen wir die neue Anlage heute offiziell in Betrieb. Sie läuft zwar schon seit dem Sommer, aber bis jetzt waren immer noch Einstellungen, kleine Anpassungen und Nacharbeiten notwendig. Aber die Anlage ist eingefahren und die Klärwerte sind top.
Hier an dieser Stelle ist es jetzt das dritte Mal, dass wir eine Anlage in Betrieb nehmen.
Schon 1947 gab es erste Kanalisationspläne in Leck. 1950 hatten wir gut 5 km Rohrleitungen und 155 Hausanschlüsse. 1958 hatten wir Vollkanalisation im Ort mit zwei Pumpstationen und einer mechanisch-biologischen Kläranlage am Kokkedahler Weg/Ecke Birkstraße.
1975 wurde hier am Bahnseitenweg die erste Kläranlage eröffnet.
Die damaligen Baukosten 2.6 Millionen DM und es gab millionenschwere Förderung von Bund und Land. Soviel Glück haben wir heute leider nicht.
1993 wurde die Anlage erstmals erweitert. Am Samstag wurde nun zum dritten Mal an diesem Ort Einweihung gefeiert. Damit eröffnete Bürgermeister Andreas Deidert den kleinen Empfang und hielt noch einmal Rückblick auf den Hintergrund der nötig gewordenen Erweiterung:
Unsere alte Anlage war schlicht in die Jahre gekommen und sie war obendrein noch zu klein. Ausgelegt auf 12.500 EW (Einwohnergleichwerte) haben haben wir am Ende gut 14.000 EW gereinigt.
Die neue Anlage ist auf 22.000 EW ausgelegt. An die Anlage angeschlossen ist neben Leck auch die Gemeinde Achtrup.
Wir können unseren Klärschlamm mit der neuen Anlage jetzt selbst entwässern und auch den Klärschlamm aus den eigenen Kleinkläranlagen annehmen. Ab Januar werden wir auch den Klärschlamm aus den Kleinkläranlagen der Nachbargemeinden annehmen.

Hier wird schon der Klärschlamm entwässert!
Wir hatten in der alten Anlage zwei Belebungsbecken mit je 1.750 m³ Fassungsvermögen, die neuen Becken haben jeweils 5.387 m³ .
Die alte Nachklärung fasste 750 m³ und die neue 1.838 m³ .
Dazu haben wir aus der alten Anlage noch ein Havariebecken gewonnen.
Das neue, überdachte Schlammlager fasst 2.584 m³
Fast alle Abrechnungen mehr als sieben Jahre langen Planungs- und Bauzeit liegen vor, rund 14,2 Mio. hat die Erweiterung gekostet. Die Abwassergebühr der Gemeinde Leck liegt ab 2026 bei 6,10 € , nach der Erweiterung 1993 lag sie übrigens bei 3,20 DM.
Wir haben hier jetzt die modernste Anlage in Nordfriesland stehen. Wir haben in der Anlage auch noch Erweiterungspotential, sollte zum Beispiel noch eine weitere Reinigungsstufe notwendig werden.
Der Bürgermeister sprach im Namen der Gemeinde all denen einen großen Dank aus, die dafür dafür gesorgt haben, dass – trotz der langen Planungs- und Bauzeit bei so unschönen Dingen wie Corona und dem Ukraine-Krieg, die für Verzögerungen sorgten – der Bau fast problemlos geklappt hat. Dazu gehörten neben allen beteiligten Firmen und den planenden Ingenieuren auch der Kreis Nordfriesland mit seinen Fachabteilungen.
Aber mein Dank gilt auch vier Menschen, die ganz besondere Rollen in dieser langen Zeit hatten. Das Team der Kläranlage musste die alte Anlage betreiben, sich in die neue Anlage einarbeiten und die Baufirmen begleiten und betreuen. So eine Anlage im laufenden Betrieb umzubauen, ist keine Kleinigkeit, sondern hochkomplex.
Ich kann nur anerkennend feststellen – gut gemacht – vielen Dank.
Und dann ist da noch Dieter.
Dieter Davids, technischer Leiter der Kommunalbetriebe, hatte die Bauherrenfunktion auf der Baustelle. So ganz nebenbei hat er noch zwei Gewerbegebiete und ein Wohngebiet erschlossen, die ganzen Kanal- und Straßensanierungen der letzten Jahre geplant und begleitet, die Klärschlammkooperation begleitet und dann auch noch das ganz normale laufende Geschäft gemeistert.
Auch er hat unsere Hochachtung und unseren Dank verdient. Und bei all der ganzen Arbeit, habe ich nie ein Wort der Klage von ihm gehört.
Allen Vieren noch einmal meinen herzlichen Dank.

Bevor es für alle eine leckere Erbsensuppe und heißen Glühwein gab, nahm Andreas Deidert noch ein Geschenk des Ingenieurbüros Ivers entgegen – ein Luftbild der Kläranlage nach Fertigstellung. Dieses wird einen schönen Platz im Bürogebäude der Kläranlage finden.
Gegen 12 Uhr kamen dann die ersten interessierten Besucherinnen und Besucher aus der Gemeinde.
Rund einhundert Menschen ließen sich von den Mitarbeitern der Kläranlage in kleinen Gruppen durch die neuen Hallen und Maschinenräume führen. Besonders die Klärschlammentwässerung ist auch für unsere Mitarbeiter Neuland, in das sie sich aber schon gut eingearbeitet haben. Langfristig wird das die Betriebskosten senken, da die Entwässerung nicht mehr fremd vergeben wird. Es werden auch Einnahmen durch die Verabeitung des Schlammes aus ganz Südtondern entstehen. Der Schlamm kann ganz komfortabel an der neuen Rechenhalle angeliefert werden.

Auch die Analytik interessierte viele Besucher – hier untersuchen die Mitarbeiter regelmäßig die Proben, die sie an verschiedenen Stellen der Anlage entnehmen. Auf dem Foto ist beispielsweise zu sehen, wie der Klärschlamm in die Anlage kommt (links) und wie das gereinigte Wasser (rechts) die Anlage wieder verlässt. Das gereinigte Abwasser wird direkt an der Kläranlage in die Lecker Au gepumpt.

Noch mehr Fotos bei Facebook in unserem Album.
Wissenswertes zur Kläranlage Leck auf einen Blick (PDF-Download)