Wie in der Vergangenheit hatten die Ev. Kirchengemeinde Leck, der Handels- und Gewerbeverein Leck, der Standortälteste der Bundeswehr und die Gemeinde gemeinsam am vergangenen Sonntag dazu ins Rathaus eingeladen und rund 130 Gäste waren der Einladung gefolgt. Zum ersten Mal war für alle Gäste der ganze Saal bestuhlt worden und die Rückmeldungen darauf waren überaus positiv.
Den musikalischen Zwischenspielen wurde dieses Mal sehr aufmerksam Gehör geschenkt, was auch der Ausnahmekünstlerin Nadine Jeanne zu verdanken war, die nach der Begrüßung durch Bürgermeister Andreas Deidert zum ersten Mal eine Kostprobe ihres Talentes gab.

Nadine Jeanne hat eine besondere Beziehung zu Leck, wie sie den Zuhörenden verriet. Ihr 2024 verstorbener Onkel, R.P.S. Lanrue, war Gitarrist der Band „Ton Steine Scherben“, die sie auch musikalisch inspirierte. Ihre Kindheit verbrachte sie in Nordfriesland, ihre Familie lebt noch heute in Klintum und sie selbst ist, so oft es geht, im Norden. Einige im Publium kannten sie auch von den Konzerten im Pavillon-Café.
„Verändere, was Du bewahren willst“
Unter dieses Motto stellte Bürgermeister Andreas Deidert seine Neujahrsansprache. *
„Wer aktiv beobachtet, was in der Welt und auch in Deutschland gerade passiert, der wird mir sicherlich zustimmen, dass wir etwas verändern müssen, wenn wir unsere Werte, unseren Weg des Miteinanders, unseren Wohlstand und damit unsere Zukunft erhalten wollen.
Jetzt machen wir in Leck aber keine Landes- oder Bundes- oder gar Weltpolitik und könnten da etwas bewegen oder verändern. Aber andersrum wird ein Schuh draus. Manches was auf diesen Ebenen passiert, hat einen Einfluss auf das, was bei uns passiert.
Aber die Art wie wir miteinander umgehen, das können wir natürlich auch vor Ort verbessern. Sicherlich sind Diskussionen wichtig und notwendig, aber sachlich und auf Fakten basierend sollte es schon passieren. Wenn ich mir aber ansehe, wie gerade in den sozialen Medien miteinander umgegangen wird – Beschimpfungen, Bedrohungen und Falschdarstellung sind an manchen Stellen Normalität – dann ist da gewiss viel Platz für Verbesserungen.“

Mit diesem Appell griff Andreas Deidert zunächst die aktuellen Geschehnisse rund um die Brandserie im Ort auf.
„Die Kosten für die Schäden und Feuerwehr- und Polizeieinsätze übersteigen sicherlich schon die Millionengrenze. Trotzdem kann ich ihnen weder hier, noch in den sozialen Medien sagen, was wir wir gerade tun, um die Täter zu fassen. […]
Ich kann ihnen aber sagen, dass unsere Polizei intensiv dran arbeitet und die Stimmung bei unseren Feuerwehren noch gut ist, obwohl sie fast jeden Tag einen Einsatz haben. Und genau dafür möchte ich ihr und allen Frauen und Männern aller beteiligten Wehren, dem Rettungsdienst und den Polizeikräften ganz herzlich danken.“
Das zweite wichtige Thema, dass uns in der Gemeinde beschäftigt, ist die Konversion des Flugplatzes. Ende des vergangenen Jahres gab es eine umfangreiche Berichterstattung in allen Medien aufgrund des sog. Bundeswehr/BIMA Moratoriums.
„Die Bundeswehr prüft für fast 200 Standorte in Deutschland, ob sie ehemalig genutzte Gelände wieder in Nutzung nehmen kann. Auch der ehemalige Fliegerhorst Leck ist dabei.
[…]
Es ist jetzt klar, dass die Bundeswehr die Flächen, die sie jetzt auf dem Fliegerhorst nutzt, dauerhaft nutzen wird. Das haben wir aber bereits berücksichtigt und macht uns keine Probleme.
Und es geht um zwei Flächen, die wir noch nicht ankaufen konnten. Eine liegt südlich außerhalb des Fliegerhorstes, wird aber für das KI Rechenzentrum benötigt. Und eine zweite Fläche liegt rund um den Tower. Hier hatte die PFAS Belastung (Löschschaum) den Verkauf verzögert und gerade als wir dazu einen Lösungsansatz hatten, kam das Moratorium.“
Andreas Deidert berichtete von Gesprächen mit der Bundeswehr und der Bima, gemeinsam mit unserem Bundestagsabgeordneten Leif Bodin, außerdem von einen Treffen mit Staatssekretärin Gitta Connemann.
„Wir haben der Bundeswehr alle Maßnahmen zugearbeitet, die wir bereits umgesetzt haben. Der Ankauf der Flächen und diese Maßnahmen – Erschließung, Kampfmittelräumung und Flächenausgleich stehen übrigens hinter den erwähnten 20 Millionen Euro.
Weder diese waren Bundeswehr bekannt, noch dass mit den beiden Rechenzentren und der Firma C-Ressource Investitionen am Standort von deutlich mehr als einer Milliarde Euro geplant sind. Da man die Dringlichkeit der Entscheidung nun aber kennt, wird man uns in den nächsten Tagen eine vermutlich sehr positive Entscheidung mitteilen.“
Die Verzögerungen und die noch fehlende Entscheidung führen allerdings zu Problemen. Da die Gemeinde durch den Grundstücksankauf und die Erschließung viel vorfinanziert hat, ist der Haushalt der Gemeinde sehr belastet. Außer dem Grundstücksverkauf im Wohngebiet, welcher allerdings beachtlich gut läuft, ist noch nicht viel Geld zurückgeflossen.
„Da wir für unsere anderen großen Projekte, die zum Teil bereits in 2025 abgeschlossen wurden – zum Beispiel Umbau der Feuerwehrgerätehäuser OSK und Leck, Erweiterung der Grundschule und Neubau eines Kindergartens auch noch weitere Millionen investieren müssen, müssen wir halt sparen.
Aber keine der Investitionen waren oder sind unnötig oder gar zu groß geplant. Die Gemeinde Leck wächst, die Kinderanzahl wird zwar nicht mehr so rasant wachsen, aber trotzdem ist der Bedarf und damit der Rechtsanspruch für die beiden neuen Kindergärten in Klintum und am Mühlenberg da.“
All das führt dazu, dass das Geld an anderer Stelle fehlt – nämlich für unser Sorgenkind, das Erlebnisbad.
„Die Technik ist gut 50 Jahre alt und sehr anfällig geworden. Für manche Komponenten gibt es keinen Ersatz mehr. Das Team im Bad gibt sich die große Mühe, alles am Laufen zu halten. Aber wir müssen in eine Sanierung. Wir werden viel Geld anfassen müssen, aber wir müssen es auch finanziell leisten können. Es gibt im Moment zwei Ansätze. Einer beinhaltet nur einen Austausch der Technik. Die Kosten dafür liegen bei rund 7 Millionen Euro. Der Besucher würde diese Sanierung aber kaum wahrnehmen.
Der zweite Ansatz beinhaltet deutlich mehr.
Austausch der Technik, Bau eines Lehrschwimmbeckens, Herstellen der Barrierefreiheit, Umbau des Sanitär- und Umkleidebereiches und Umbau und Erweiterung der Saunaanlage. Hierfür liegen die Kosten bei rund 14 Millionen Euro. Allerdings würde hier ein Förderprogramm die Kosten für die Gemeinde halbieren. Für die kleine Lösung gibt es im Moment keine Förderung.“
Das Thema Erlebnisbad wird demnächst in den Ausschüssen final diskutiert werden müssen. Alle Beteiligten wissen dabei, dass unser Bad wichtig ist, auch in Zukunft gebraucht wird, aber wir einen Weg finden müssen, die Kosten zu stemmen. Wer sich in das Projekt einlesen will, die geplanten Maßnahmen und alle aktuellen bekannten Zahlen finden Sie übrigens auf unserer Webseite.
Mit einem Dank im Namen seines gesamten Teams der Gemeinde Leck bedankte sich Bürgermeister Deidert bei allen für die gute Zusammenarbeit in 2025.
Seinem Dank schloss sich auch die Vorsitzende des HGV Leck, Janyna Görlich, an. Sie dankte dem Bürgerfestverein Leck, der das früher mit dem Handels- und Gewerbeverein gemeinsam durchgeführte Lecker Weihnachtsdorf im vergangenen erstmals komplett alleine auf die Beine gestellt hatte.
Gäbe es den Bürgerfestverien in Leck nicht, gäbe es auch keine Veranstaltungen!
Aber auch der HGV Leck ist mit Weihnachtsrätsel und der stimmungsvoll mit Tannenbäumchen und Weihnachtsbeleuchtung in Szene gesetzten Hauptstraße nicht untätig geblieben.

Gemeinsam mit ihrem HGV-Team (v.l. Anna Panten-Petersen, Michael Kaiser, Erik Jessen, Janyna Görlich) kümmerte sich die HGV-Vorsitzende um den Getränkeverkauf beim Neujahrsempfang
Janyna Görlich appellierte einmal mehr, den Handel vor Ort zu stärken! Mutige Menschen hätten sich im vergangenen Jahr mit neuen Konzepten auf den Weg gemacht. Auch in diesem Jahr würde einiges Neues „unabhängig von Pizzaläden und Friseursalons passieren“ – es gibt eine neue Betreiberin im Pavillon-Café, Leck wird einen Teeladen bekommen – den Menschen, die Potential in Leck sehen, dankte Janyna Görlich ausdrücklich für den Mut, den diese jeden Tag aufbringen, um ihr Business nach vorne zu bringen!
Oberstleutnant Lars Teichmann schloss sich mit einem weiteren Grußwort an. Er hielt einen Rückblick auf das, was die Bundeswehr im vergangenen Jahr bewegte: die in-Dienst-Stellung der Panzerbrigade 45 in Litauen, der erste Nationale Veteranentag, 70 Jahre Bundeswehr, der Stopp der Konversion und die Vorbereitung des neuen Wehrdienstes. Einmal mehr dankte er für die Akzeptanz der Bundeswehr in der Region und schloss damit sein letztes Grußwort, denn im März wird es einen Wechsel geben. Bereits jetzt schon am Standort ist Oberstleutnat Jörg Söder als neuer Kommandeur. Auch er nahm am Neujahrsempfang der Gemeinde Leck teil.

Mit einer weiteren musikalischen Darbietung von Nadine Jeanne schloss der erste Teil des Neujahrsempfanges. Im Anschluss an das Lied „Übers Meer“ von Rio Reiser wurde der mit Spannung erwartete Bürgerpreis 2025 der Gemeinde Leck übergeben.
Dazu hielt Bürgervorsteherin Karin Martens die Laudatio. Der Bürgerpreis 2025 ging in diesem Jahr wieder einmal an zwei Menschen, die sich über das Maß hinaus im Bereich Kultur und im sozialen Umfeld der Gemeinde engagieren. Beide Preisträger hatten bis kurz vor Nennung ihrer Namen keine Ahnung, alle hatten „dicht gehalten“!
In Anerkennung ihres vielfältigen, ehrenamtlichen Engagements, besonders ihrem jahrelangen Wirken im und für den Bürger- und Kulturhof Leck-Huus e.V. wurden Sabine Haase und Otmar Löhrer mit dem Bürgerpreis 2025 der Gemeinde Leck geehrt. Das Ehepaar nahm die Auszeichnung sichtlich gerührt entgegen.

Sehr gefreut über die Anerkennung ihres Engagementes haben sich auch die Leiterin unseres Haus der Jugends, Celine Garcia mit ihrem Kollegen Moritz Garcia – sie durften sich über eine Spende von 1.000 € freuen, die der Bürgerfestverein Leck e.V., Calli Schaschlik, die Fri Ööwingsfloose, der RoundTable 88 und das Töff/Colle beim Abpunschen im Lecker Weihnachtsmarkt zusammen gelegt haben. Über die Verwendung des Geldes werden die Kinder und Jugendlichen demnächst selbst entscheiden, denn im Rahmen von Mitbestimmung und Partizipation sollen auch die Besucherinnen und Besucher im Haus der Jugend an den Entscheidungen mitwirken.

Ebenfalls über 1.000 € freuen sich gemeinsam die Pfadfinder Leck sowie das Jugendrotkreuz Leck – ihnen dankte die HGV-Vorsitzende Janyna Görlich herzlich für die Unterstützung beim Betreiben des HGV-Kinderkarussells im Weihnachtsdorf. Ihren Anteil von jeweils 500 € werden die Gruppen in ihre großartige Jugendarbeit investieren.

Damit schloss der offizielle Teil. Viel Klönschnack bei leckerer Suppe von der Bundeswehr-Feldküche und Kaffee und Kuchen, letzterer gespendet von Mitgliedern der Gemeindevertretung folgten.

Etliche Besucher schauten sich auch die neuen Räume des Geschichtsvereines Leck und Karrharde an, der im Erdgeschoss seine erste Ausstellung in den vergangenen Wochen vorbereitet hatte. Wer sich dafür interessiert: jeden Dienstag ist die Geschichtswerkstatt von 15 bis 17 Uhr auch für interessierte Besucher geöffnet.

Gegen halb drei verließen die letzten Gäste, die beim Abbau noch mitgeholfen hatten, das Lecker Rathaus.
Wer noch mehr Fotos sehen möchte, findet sie wie immer bei Facebook (auch ohne Zugang zu sehen)
* Hier finden Sie die komplette Ansprache samt Grußwort zum Download.