Beim „Frauencafé international“ im Familienzentrum Leck kommen regelmäßig Frauen aus ganz unterschiedlichen Herkunftsländern zusammen, um sich auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und miteinander Deutsch zu sprechen. Bei einem der letzten Treffen waren auch Bürgermeister Andreas Deidert und Thomas Wieder, Leiter des Familienzentrums, zu Gast. Die Frauen kamen aus Syrien, Afghanistan und dem Iran, und es war jedes Alter vertreten, vom jungen Mädchen bis zur Großmutter. Sie berichteten von ihrem Alltag in Leck, von dem, was gut läuft, und von dem, was ihnen Sorgen macht.

„Alle Menschen sind gleich!“
Das Wichtigste, was sie in Deutschland gelernt hätten, kam spontan: „Alle Menschen sind gleich!“ Sie sind dankbar dafür, dass Deutschland ihnen die Türen geöffnet und ihre Kinder vor dem Krieg gerettet hat.
Konflikte in der Nachbarschaft: Hilfe holen und Vorfälle dokumentieren
Ein Thema war das Zusammenleben in der Nachbarschaft. Einige Frauen schilderten Konflikte und Übergriffe, von denen sie und ihre Kinder betroffen waren. Das hat uns beschäftigt, und wir nehmen es ernst. Niemand muss solche Situationen allein aushalten.
Wer Ähnliches erlebt, sollte Vorfälle möglichst genau festhalten: Datum, Uhrzeit, Ort, Zeuginnen und Zeugen sowie gegebenenfalls Fotos von Verletzungen oder Schäden. Solche Aufzeichnungen helfen, wenn man Anzeige erstattet oder sich beraten lässt. Wer Gewalt oder Bedrohung erlebt, kann und sollte Anzeige bei der Polizei erstatten. In akuten Notlagen gilt der Notruf 110.
Beratung und Begleitung bieten unter anderem:
- Zebra e. V., Zentrum für Betroffene rechter Angriffe in Schleswig-Holstein www.zebraev.de
- der Antidiskriminierungsverband Schleswig-Holstein www.advsh.de
- das Familienzentrum Leck, das Betroffene auch zu Terminen begleiten kann
Arbeit gesucht: Wer gibt eine Chance?
Ein zweites großes Thema: Viele der Frauen möchten arbeiten, finden aber trotz Motivation und teils guter Qualifikation keine Stelle. Hürden sind unter anderem die Anerkennung von Abschlüssen, Sprachkenntnisse und die Kinderbetreuung. Wir möchten deshalb Betriebe in Leck und Umgebung ansprechen: Wer kann ein Praktikum, einen Probearbeitstag, einen Minijob oder eine Einstiegsstelle anbieten? Jede Chance zählt, und oft kommt man im Gespräch weiter, als es Bewerbungsunterlagen vermuten lassen. Interessierte Betriebe können sich bei Thomas Wieder vom Familienzentrum melden unter Festnetz 04662-9793992 oder mobil: 0151-58229011. Per Email familienzentrum.leck(at)leni-mail.de
Und wann wird die Osterstraße gemacht?
Zum Schluss stellte Koordinatorin Chehmiran Mohammad dem Bürgermeister eine Frage, die viele Lecker beschäftigt: „Wann wird eigentlich die Osterstraße gemacht?“ Sie muss die Strecke täglich zur Arbeit fahren. Nach der jetzigen Planung des Landes ist 2028 vorgesehen, denn die Osterstraße ist eine Landesstraße. Bei der Gelegenheit wurde auch der Unterschied zwischen Gemeinde-, Kreis-, Landes- und Bundesstraßen besprochen, denn davon hängt ab, wer für Bau und Sanierung zuständig ist.
Gespräch wird fortgesetzt
Für das Team des Familienzentrums und die Gemeinde war der Austausch ein wichtiger Impuls: Das Frauencafé ist ein geschützter Raum, in dem solche Themen überhaupt erst zur Sprache kommen können. Wer sich dafür interessiert, am Internationalen Frauencafé teilzunehmen, kann sich gerne bei Chehmiran Mohammad melden.
Bürgermeister Deidert verabschiedete sich mit den Worten:
„Ich habe hier heute starke Frauen kennengelernt!“