Eine Information vom Kreis Nordfriesland
Kreispräsident Frank Zahel und Daniel Thomsen, Leiter des Fachbereiches Jugend, Familie und Bildung der Kreisverwaltung, haben am 29. April die Beruflichen Schulen in Husum und Niebüll besucht. Dort sprachen sie mit Klassen des schulischen Ausbildungsgangs Sozialpädagogische Assistenz (SPA) über den Praktikumszuschuss, den der Kreis Nordfriesland als freiwillige Leistung gewährt.

Die Niebüller SPA-Klasse mit Schulleiter Finn Brandt (3. v. l.), Frank Zahel (5. v. l.) und Daniel Thomsen (rechts)
Im Mittelpunkt des Besuchs standen der Austausch mit den Azubis über ihre Erfahrungen in der SPA-Ausbildung und die Wirkung des Praktikumszuschusses. Die Rückmeldungen machten deutlich, dass die finanzielle Unterstützung als notwendig angesehen wird und eine spürbare Entlastung darstellt.
Der Kreistag hatte im Dezember 2024 einstimmig beschlossen, den Zuschuss einzuführen. Seit dem Schuljahr 2025/2026 erhalten SPA-Schüler 120 Euro pro Praktikumswoche. Pro Schuljahr sind damit bis zu 1.200 Euro möglich. Der Zuschuss soll die Entscheidung für die SPA-Ausbildung erleichtern und damit zur Fachkräftesicherung in Kindertagesstätten und sozialen Einrichtungen beitragen.
Besonders wichtig ist die Unterstützung, weil die SPA-Ausbildung schulisch organisiert ist. Die Auszubildenden sind nicht bei einer Kindertageseinrichtung oder einem anderen Träger der Kinder- und Jugendhilfe oder Eingliederungshilfe angestellt und erhalten keine reguläre Ausbildungsvergütung. In den Gesprächen hoben die Schülerinnen und Schüler hervor, dass das Geld zügig überwiesen werde und zur Sicherung des Lebensunterhalts beitrage.
Viele Teilnehmende sehen die SPA-Ausbildung als ersten Schritt in ein pädagogisches Berufsfeld. Sie kann den Weg in eine anschließende Erzieherausbildung oder ein Studium ebnen. Die Gespräche machten zudem deutlich, dass die Ausbildung Menschen unterschiedlichen Alters anspricht: Einige Auszubildende sind noch unter 20 Jahre alt, andere über 40 Jahre.

Diskussion in der Husumer SPA-Klasse mit Frank Zahel, Daniel Thomsen und Schulleiter Michael Kwauka
Daniel Thomsen verwies auf den hohen Fachkräftebedarf: „Wir brauchen gut ausgebildete Menschen in den Kindertageseinrichtungen und in der sozialen Arbeit – ob am Anfang des Berufslebens oder mit bereits längerer Lebenserfahrung“, sagte er.
„Die Gespräche haben gezeigt, dass die Entscheidung des Kreistages richtig war“, zog Kreispräsident Frank Zahel eine erste Zwischenbilanz. „Die Unterstützung hilft konkret und stärkt den Einstieg in einen wichtigen Beruf. Zugleich eröffnet die SPA-Ausbildung gerade jungen Menschen mit dem Erstem allgemeinbildenden Schulabschluss eine tragfähige Perspektive für ihren weiteren Bildungs- und Berufsweg.“ Dass inzwischen auch andere Kreise vergleichbare Modelle prüfen, zeige, dass der Handlungsbedarf über den Kreis Nordfriesland hinaus gesehen wird.
Das Förderprogramm ist zunächst auf drei Jahre angelegt und soll anschließend ausgewertet werden. Auf dieser Grundlage wird geprüft, ob und in welcher Form der Zuschuss fortgeführt werden kann.