Vor mehreren hundert Gästen wurde in Klintum auf der Großbaustelle Richtfest gefeiert – nach alter Tradition mit Richtspruch und Richtkronen.
„Nur noch ein Jahr, dann sind hier die ersten Kinder drin“, freute sich Christian Krützfeld sichtlich darüber, dass das Projekt „Dorfzentrum Klintum“ so gut voranschreitet. Gemeinsam mit Projektleitung Jana Saß und der Verantwortlichen für die pädagogische Planung, Mette Geipel, entsteht seit 2024 auf der ehemaligen Brache des Toffolo-Geländes in Klintum ein einmaliges Projekt: Rund um einen fünfgruppigen Kindergarten entsteht ein kleines Dorfzentrum mit Café, 24/7-Dorfladen und großer Sporthalle sowie einem kleinen Wohngebiet drumherum.

Viele Klintumer und Oster-Schnatebüller Einwohnerinnen und Einwohner waren zum Richtfest am vergangenen Freitag gekommen, aber auch sehr illustre Gäste standen auf der Gästeliste. Der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen kam aus freundschaftlicher Verbundenheit zum Bauherren Christian Krützfeld, denn im Wirtschaftsministerium sind Richtfeste von Kindergärten eher nicht an der Tagesordnung.

„Wir können alle wirklich froh sein, dass es Menschen wie dich in Schleswig-Holstein gibt!“,
…so Madsen. Er berichtete weiter, dass er früher gerne das Computerspiel SimCity gespielt habe, bei dem man seine eigene Stadt mit Häusern und Geschäften errichten könne – das Projekt in Klintum erinnere ihn eher an „SimCity Deluxe“. Den Handwerksbetrieben auf der Baustelle wünschte der Wirtschaftsminister, dass sie immer unfallfrei bleiben mögen. Und wenn das Café eröffnet sei, komme er auch gerne einmal zum Mittagessen.

Auch Bürgervorsteherin Karin Martens und Bürgermeister Andreas Deidert richteten Grußworte an die vielen interessierten Gäste. „Dieses Projekt ist zukunftsweisend!“, so Deidert. Da der Wirtschaftsminister schon einmal vor Ort war, konnte sich Andreas Deidert einen Rat nicht verkneifen – schließlich umfasst das Ressort von Claus Ruhe Madsen neben Wirtschaft auch Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus:
„Fahren Sie doch mal über die L300 nach Hause!“
Diese Landesstraße (dafür steht das L vorne) ist besser bekannt als Osterstraße und nicht nur vielen Einwohnerinnen und Einwohnern ob ihres Zustandes ein Dorn im Auge. Die Frage, wann denn „die Osterstraße endlich mal gemacht werde“, bekommt Andreas Deidert regelmäßig von Bürgerinnen und Bürgern gestellt – aktuelle Information des Landes ist das Jahr 2027/28. Sehr viel schneller wird es nun trotz des Ministerbesuches nicht gehen, doch die Dringlichkeit wurde auch Claus Ruhe Madsen deutlich vor Augen geführt.

Karin Martens war auch als Klintumer Bürgerin erschienen und hob noch einmal die Bedeutung des wichtigen Meilensteins hervor, der am Freitag erreicht wurde:
„Ein Kindergarten ist mehr als vier Wände und ein Dach! Es ist ein Gewinn für Klintum als Dorfgemeinschaft!“

Auch Planer Christoph Holt kam zu Wort: Er hob den Ideenreichtum und die Begeisterung für das Projekt hervor. „Wo heute noch Baugerüste stehen, werden morgen schon Kinder lachen, Sportler trainieren und Menschen zusammenfinden.“ Holt freute sich über die gute Zusammenarbeit und dankte einmal mehr der Gemeinde, dem Amt Südtondern, den Fachplanern und den Firmen, aber ganz besonders dem Bauherren:
„Ohne Menschen wie dich würden viele gute Ideen niemals über eine Planungsskizze hinausgehen!“
Ute Bonnichsen, Leiterin des Kindergartens „Die Schulhausmäuse“, hatte mit den Kindern eine Richtkrone gebastelt und überbrachte die besten Wünsche. Karen und Peter Chr. Herrmannsen überreichten für die Oster-Schnatebüller Dorfgemeinschaft einen Korb mit Äpfeln – der dazugehörige Apfelbaum soll nach der Fertigstellung des Baus auf dem Kindergartengelände gepflanzt werden.

Im Anschluss gab es noch bis in den Abend hinein (im zukünftigen Café) leckeren Eintopf, kühle Getränke und gute Gespräche.
