Fast 52 Jahre ist unser Hallenbad alt – am 23. Oktober 1974 wurde es eröffnet. 1998/99 erfolgte der Umbau zum Erlebnisbad: Die große Rutsche, der Kleinkinderbereich, der Whirlpool und das Dampfbad kamen damals dazu. Auch die Technik wurde um die Jahrtausendwende erneuert – und läuft seitdem, wie Henrik „Hinnerk“ Steen, langjähriger Mitarbeiter des Bades, besorgt feststellt: „27 Jahre lang, 24/7.“ Ersatzteile für die Lüftungsanlage gibt es inzwischen nicht mehr.

Dass dieser Zustand nicht ewig tragbar ist, weiß man in Leck längst. Umso wichtiger war der Besuch von Leif Bodin (MdB, CDU), der einer Einladung von Bürgermeister Andreas Deidert gefolgt war – denn die Gemeinde Leck hat einen Antrag auf die Schwimmstättenförderung des Bundes gestellt.

Gemeinsam mit Andreas Deidert und Hinnerk Steen stieg Leif Bodin in die wörtlichen Höhen und Tiefen des Bades: imposante Lüftungsanlagen, eine verzweigte Unterwelt aus Rohren und Leitungen, und mittendrin ein Pausenraum aus den 1970er Jahren. Hinnerk Steen kennt die Technik wie seine Westentasche – und, wie Bürgermeister Deidert scherzhaft anmerkte, „jede Schraube mit Vornamen“. Obwohl er inzwischen als Schulhausmeister an der Gemeinschaftsschule tätig ist, unterstützt er „sein“ Schwimmbad noch immer, zuletzt als die Technikerstelle vakant war.
Leif Bodin zeigte sich sichtlich beeindruckt – auch davon, dass Teile der Technik nicht nur unter dem Bad, sondern sogar unter der angrenzenden Straße verbaut sind. „Es ist spannend, das mal von unten gesehen zu haben!“, so sein Fazit.
Im Anschluss gab es Gelegenheit zur Erfrischung und zum Austausch. Leif Bodin berichtete über das Bundesförderprogramm „Sportmilliarde“, das Kommunen bei der Sanierung und Modernisierung maroder Sportanlagen und Schwimmbäder unterstützt. Die Gelder werden vom Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages in mehreren Tranchen bewilligt. Eine erste Projektauswahl wurde im Frühjahr 2026 getroffen – die erste Tranche über 333 Millionen Euro war bereits vierzigfach überzeichnet. Daraufhin stellte der Bund im Rahmen des Programms „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“ erstmals 250 Millionen Euro gezielt für kommunale Schwimmbäder bereit. Die Mittel sind im Wirtschaftsplan des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität verankert.
Gefördert werden kommunale Schwimmbäder samt ihrer typischen baulichen Bestandteile und zweckdienlichen Folgeeinrichtungen. Bei Gebäuden steht die energetische Sanierung im Vordergrund; nach Baufertigstellung müssen definierte energetische Standards erfüllt sein. Bei Freibädern liegt der Schwerpunkt auf Maßnahmen zur klimaneutralen Wärmeversorgung und zur Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien.
Das Erlebnisbad ist heute das einzige Breitensportbad im Raum bis Husum. Generationen von Lecker Kindern haben hier das Schwimmen gelernt. In den Gremien und der Gemeindevertretung wird seit Langem über die Sanierung diskutiert – nicht zuletzt, weil die Kommunalaufsicht des Kreises ein Auge auf die Finanzen der Gemeinde hat und eine Sanierung ohne Fördermittel nicht realisierbar wäre. Ein früherer Antrag aus einem touristischen Fördertopf für die „große Lösung“ wurde abgelehnt, da eine überwiegend touristische Nutzung des Bades nicht belegt werden konnte. Nun wird die „kleine Lösung“ verfolgt – ergänzt um eine energetische Sanierung. Touristische Elemente wie die Rutsche wären dann nicht Teil der Maßnahme; ein Lehrschwimmbecken hat die Lecker Politik ebenfalls abgelehnt.

Beim Abschied gab Leif Bodin ein klares Versprechen:
„Ich will mich gerne für Leck einsetzen – nicht nur aus Verbundenheit, sondern weil ich das Schwimmbad für wirksam halte in der Daseinsvorsorge!“
Die Gemeinde Leck hofft nun, dass dieser Einsatz Früchte trägt – und das Erlebnisbad auch für die nächsten Generationen erhalten werden kann. Über den weiteren Verlauf des Förderverfahrens werden wir Sie an dieser Stelle informieren.
Wussten Sie eigentlich …
… dass das große Becken rund 800.000 Liter Wasser fasst – und das gesamte Wasser alle drei Stunden einmal vollständig gefiltert wird?
… dass Whirlpool und Kinderbecken zusammen rund 50.000 Liter fassen – und hier läuft das Wasser sogar alle 45 Minuten einmal durch die Filteranlage?
Technik, die man nicht sieht – aber täglich spürt.
Das Entscheidungskonzept zur Sanierung finden Sie hier.