Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit war das Erlebnisbad Leck Ziel eines politischen Besuchs: Truels Reichardt, SPD-Bundestagsabgeordneter und selbst Gemeindevertreter in Mildstedt, folgte der Einladung von Bürgermeister Andreas Deidert – und brachte Verstärkung mit. SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Martin Petersen und der stellvertretende Bürgervorsteher Richard Ingwersen ließen es sich nicht nehmen, das Bad von der Lüftung über die Rutsche bis in die „Katakomben“ der Wasseraufbereitung zu erkunden. Mit dabei: Dirk Jensen, Prokurist der Stadtwerke Nordfriesland, der mit konkreten Zahlen zum Gespräch beitrug.

Durch das Bad führte diesmal Christoph Rusche, Mitarbeiter des Erlebnisbades, der den Gästen einen ebenso detaillierten wie eindrucksvollen Einblick in Anlage und Technik gab.
Zahlen, die für sich sprechen
Was das Erlebnisbad für die Region bedeutet, wird an den Zahlen schnell deutlich: Allein aus den Schulen kommen jährlich rund 3.500 Kinder ins Bad – dazu 800 Kinder, die hier in Schwimmkursen das Schwimmen erlernen. Das Bad ist weit mehr als ein Freizeitangebot; es ist ein Stück kommunale Grundversorgung.
Bemerkenswert: Die Sauna ist als einziger Bereich des Bades kostendeckend. Bürgermeister Andreas Deidert brachte es auf den Punkt: „Die Sauna arbeitet als einziger Bestandteil des Bades kostendeckend – deswegen wäre es Wahnsinn, das aufzugeben.“
Konzept mit Augenmaß
Auch die Frage der ehemaligen Gastronomie stand zur Diskussion. Eine Reaktivierung würde einen Invest von mindestens 200.000 Euro erfordern. Stattdessen sieht das Konzept zwei pragmatische Alternativen vor: Eine Kooperation mit einem zukünftigen Pächter der Sportlerklause wird angedacht; darüber hinaus wird die Fläche für dringend benötigte Büros, Sozialräume für die Mitarbeitenden und Ruhezonen für Badegäste genutzt.
Diskutiert wurde auch die Option eines Lehrschwimmbeckens – die Mehrkosten wären überschaubar gewesen. Die Lecker Politik hat sich letztlich für eine Lösung entschieden, die den Anforderungen des Bundesförderprogramms möglichst gut entspricht.
Das Bundesförderprogramm
Im Rahmen der sogenannten „Sportmilliarde“ unterstützt der Bund Kommunen bei der Sanierung und Modernisierung maroder Sportanlagen und Schwimmbäder. Die Mittel werden vom Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages in mehreren Tranchen bewilligt. Eine erste Projektauswahl traf der Ausschuss im Frühjahr 2026 – die erste Tranche über 333 Millionen Euro war vierzigfach überzeichnet. Daraufhin stellte der Bund im Programm „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“ erstmals 250 Millionen Euro gezielt für Schwimmbäder bereit; die Mittel sind im Wirtschaftsplan des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität verankert. Gefördert werden kommunale Bäder samt ihrer baulichen Bestandteile, mit besonderem Fokus auf energetische Sanierung und – bei Freibädern – auf klimaneutrale Wärmeversorgung.
Wie geht es weiter?
Die Gemeinde Leck hofft, Anfang September einen positiven Förderbescheid zu erhalten. Baubeginn könnte dann im Herbst des kommenden Jahres sein. Mindestens zehn Prozent Eigenanteil verbleiben bei der Gemeinde. Diesen Anteil – mit Unterstützung des Fördervereins Erlebnisbad Leck – so weit wie möglich zu reduzieren, wird in den kommenden Monaten Priorität haben.
Klare Worte beim Abschied
Beim abschließenden Kaffee wurde noch einmal deutlich, was auf dem Spiel steht. Bürgermeister Andreas Deidert fasste die Lage offen zusammen: „Als Bürgermeister muss ich sagen: Wir schaffen das alleine nicht – aber die Erhaltung des Erlebnisbades ist für unsere Region wichtig!“

Truels Reichardt antwortete mit ebenso klaren Worten – und einem Bekenntnis zur gemeinsamen Verantwortung: „Entweder wir bekommen das gut zusammen hin – oder wir bekommen es gar nicht hin. Die Region steht im Vordergrund!“ Und er ergänzte: „Wenn es keine Orte mehr gibt, weil uns die Infrastruktur im ländlichen Raum wegbricht, müssen wir uns nicht wundern, wenn mehr Menschen in Gefahr geraten.“
Die Gemeinde Leck ist zuversichtlich – und freut sich über das wachsende überparteiliche Interesse an einem Bad, das seit Generationen zum Leben in Leck dazugehört. Über den weiteren Verlauf des Förderverfahrens informieren wir Sie an dieser Stelle.
Das Entscheidungskonzept zur Sanierung finden Sie hier.